Farne

Farne sind ein ganz ähnliches Phänomen wie Moose. So sieht es aus. Zunächst.

Während die Allgegenwärtigkeit von Moos oder auch Flechten jedoch eine Präsenz en passant ist, beim Picknick auf dem Baumstumpf berühre ich es so ganz nebenbei, beim Hochheben des Bergmolches lege ich einen Moosteppich auf meine Hand, haben die Farne mehr Geschwindigkeit.

Beim Laufen durch die Wälder etwa der Saar tauchen immer wieder einmal Farnfelder aus. Sie wachsen gerade so neben- und hintereinander, dass ich mitten hindurch rasen kann. Aufpassen, die Blattspitzen pieksen ins Auge. Oh oh, Brombeeren stellen böse Fallen. Sie schlingen sich um den Stengel des Farnes.

Die Felder dampfen, wenn es geregnet hat im Sommer und die Sonne wieder scheint.

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Hängen, liegen, kräuseln. Moos

Gerade noch eben sah ich aus dem Zug etwas Grünes.

Es ist Winter. So war ich außer dem Häuschen über die Fülle der Koloraturen! Breites Spektrum von Grüntönen. Grün wie ein Lindenblatt, wie ein Panzer; grün wie ein Wald, gesehen von oben im Nahflug wie in all den Netflix-Serien. Das war Moos.

Es wuchs die Bahnböschung hinunter. Wo sie befestigt war mit Beton hatte sich das Moos ausgebreitet, Laubmoos war das, ebenso wie auf Erdboden. Dabei hängt es, und es liegt gleichzeitig. Moos in der Fläche hebt den Unterschied auf zwischen der Vertikalen und der Horizontalen. Ich dachte Weltall, nein, Galaxie. Manchmal stellt sich das Denken so ein, dass ich zwei Begriffe gleichzeitig denke. Oft ist es schwierig zu entscheiden, welcher Begriff kurz vor dem anderen da gewesen war. Es ist möglich, dass ich zuerst Galaxie gedacht hatte und dann Weltall.

Ins Auge springende gelbe Punkte, die Farbe lila, zwischen Chaos und Geometrie pendelnde Körperverteilungen im Raum, tiefschwarze Tiefe. So sahen die Bilder zum Weltall-Galaxie-Gedankenkomplex aus.

Dabei ist das Moos zwar alt, 500 Millionen Jahre, ansonsten aber weder selten, noch von hohem wirtschaftlichen Interessen. Vor Wochen kauften viele Menschen einen Adventskranz aus Islandmoos. Doch Islandmoos ist noch nicht einmal Moos.

Es ist also nicht von herausragender Interessantizität. Doch sein permanentes Kräuseln, seine Omnipräsenz, seine Weich- und Grünheit machen das Moos aus und ich beginne, nach Fakten zu recherchieren. Diese jetzt hier niederzuschreiben… Wem würde das nützen. Es gibt sie halt, diese Fakten, so wie es Fakten zum Weltall gibt, und sie könnten mir nutzen. Würde ich ein Patent im pharmazeutischen Bereich suchen oder würde ich ein Start-Up zur Weltall besiedeln wollen.

Mir bereitet es Vergnügen, diese Schönheit von Moos, Galaxie und Weltall wahrzunehmen und fortan in ihr zu leben. Wie gebettet darin zu leben.