Der Ort, da alles bis zuletzt festgefroren war

Blau und Gloeckchensilber

Bereits beim Aussteigen in Borgsdorf liegt ein Geruch von etwas in der Luft, das nicht dorthin passt. Nicht in die minus sieben Grad Celsius. Selbst die Moore, hier heißen sie „Luch“, sind zugefroren.

Das Papenluch ist an diesem Sonntag der Zufluchtsort des Winters. Hier, genau hier, genau jetzt, ist alles bis zuletzt fest verschnürt, Erde zu Stein, Wasser zu Eis, Luft zu Metall. Nur die Trübe im Eis des Moores zeigt: Bald geht es weiter. Kein Eisgriff final. Live is Life. Auf der Fußgängerbrücke über die Autobahn, die von den Mooren nach Birkenwerder führt, haben Jugendliche Seile so geschnürt, dass man unter ihnen hindurch kriechen muss.

Auf dem Boddensee in Birkenwerder herrscht Volksvergnügen. Die Zwölfjährigen schlittern selbstabgebrochene Eishockeyschläger über den Weiher, Dreijährige werden im Schlitten, acht Monate alte Säuglinge von schlittschuhfahrenden Elternteilen im Kinderwagen transportiert. Senf, Ketchup, ja ein kompletter Grillgeruch wandern mit der S-Bahn-Trasse vom See zum Stadtzentrum.

Ob tatsächlich irgendwo ein Rost glühte; niemand vermag es zu sagen.

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